Als Student und Vielreisender werde ich oft mit Sätzen wie „wie kannst Du Dir das eigentlich alles leisten?“, „ich wünschte ich hätte Deinen Job“ oder „das würde ich ja auch so gern mal machen, aber…“ konfrontiert. Dabei ist das Sparen für die Traumreise gar nicht so schwer, wie die meisten annehmen.

1. Kostenkalkulation

Bevor Du mit dem Sparen beginnst, musst Du natürlich wissen, WIE VIEL genau Du wohl sparen musst. Wie viel werden Flüge und Unterkunft kosten? Welche Aktivitäten willst Du ausüben, wie teuer sind Verkehrsmittel? All diese Faktoren sind stark von der jeweiligen Destination abhängig. Zum Beispiel sind die Lebenshaltungskosten in Südostasien weitaus geringer als in Australien.

Kalkuliere dabei lieber etwas zu viel als zu wenig und plane einen Sicherheitspuffer ein. Wenn Du auf der Reise merkst, dass Du zu viel kalkuliert hast, kannst Du das Geld vor Ort noch für etwas ausgeben, was Du immer schon mal machen wolltest, oder (noch besser): Du legst es Dir für Deine nächste Reise zur Seite.

2. Reisen als Priorität

Viele Menschen verstehen die tiefe Bedeutung dieser Aussage nicht. „Reisen ist mir doch wichtig“. Reisen finanziell als klare Priorität und Zielsetzung zu definieren, bedeutet wesentlich mehr als das. Es bedeutet, viele Annehmlichkeiten wie den täglichen Kaffee beim Bäcker, die tägliche Schachtel Zigaretten oder das tägliche Mittagessen mit Kollegen aufzugeben. Es bedeutet, jede Ausgabe nach ihrer Zielführung zu beurteilen. Kauft man beispielsweise ein T-Shirt für 20€, bekommt man dafür schon mal einen Hin-und Rückflug nach London-Gatwick mit Ryanair. Kauft man ein Paar neue Sneaker und ein Hemd für insgesamt 100€, kann man für denselben Preis 10 Nächte in einem sehr guten Hostel mit Pool in Costa Rica, oder 5 Nächte in einer Villa mit Privatzimmer auf Bali verbringen.

Wenn Du Dir diesen Sachverhalt beständig vor Augen führst und Dir klar wird, dass Du Deine begrenzten Ressourcen nur für das eine ODER das andere ausgeben kannst und es sonst an anderer Stelle fehlt, hast Du schon viel verstanden. Wenn bei jeder dieser kleinen Entscheidungen deine Wahl auf „Sparen fürs Reisen“ fällt, hast Du Reisen erfolgreich als Priorität verwirklicht.

3. Sachen verkaufen, die man nicht mehr braucht

Nie ausgepackte Geschenke, alte Musikinstrumente oder eine Menge nicht mehr benötigter Bücher – jeder hat ein paar dieser oder ähnlicher Gegenstände noch zu Hause. Manchmal ist es überraschend, wie viel Geld man dafür auf Ebay Kleinanzeigen noch herausschlagen kann. Wichtig hierbei: putzt eure Gegenstände nochmal ordentlich heraus oder restauriert sie – und macht vor Allem gute Produktfotos! Das bildet die beste Grundlage für Preisverhandlungen. Und denkt daran: Auch der Verkauf vieler niedrigpreisiger Gegenstände bringt Geld!

4. Sachen gebraucht kaufen

Ebenso wie das Verkaufen von gebrauchten Gegenständen kann auch ihr Ankauf lohnenswert sein. Wenn man die Produkte vorher vor Ort besichtigt, kann zum Beispiel im Bereich Handy und Kamera deutlich sparen. Aber auch viele Haushaltsgeräte kann man günstig gebraucht erwerben, ohne Qualitätskompromisse eingehen zu müssen.

5. Während Reise Wohnung untervermieten oder kündigen

Wer länger unterwegs sein möchte und seine Wohnung für diesen Zeitraum untervermieten oder kündigen kann, spart gut und gerne schon mal 500€ pro Monat. Dieses Geld kommt euch beim Reisen wieder zu Gute und finanziert oft bereits den Flug.

6. Sparen auf Reisen

Einen ausführlichen Bericht zum Sparen beim Reisen und der Reiseorganisation findet ihr in DIESEM BLOGARTIKEL.

7. Geld verdienen auf Reisen

Ja, es gibt Möglichkeiten, unterwegs Geld zu verdienen. Das lohnt sich besonders dann, wenn Du mal länger unterwegs sein solltest. Neben typischen Backpacker-Jobs wie Farmarbeit oder Arbeiten im Restaurant gibt es auch körperlich weniger herausfordernde Geldeinbringer. Eine tolle Variante ist das Geldverdienen als Englischlehrer. Dieser Job wird oft nicht schlecht bezahlt und dazu überall benötigt.

Doch das 21. Jahrhundert bietet uns weitaus mehr Möglichkeiten. Durch das Internet ist es theoretisch jedem möglich, als Freelancer (Freiberufler) zu arbeiten. Alles, was Du dafür brauchst, ist ein Rechner und eine stabile Internetverbindung. Auch wenn Du einen Blog oder einen Social-Media Account mit vielen Followern betreibst, kannst Du durch geschickte Kooperationen Gratis-Übernachtungen abstauben, oder für Deine Posts bezahlt werden. Wenn Du eine besondere Expertise im Bereich Fotografie besitzt, kannst Du auch mit deinen Fotos Geld verdienen. Frage zum Beispiel OutDoor-Marken an, ob Du zunächst kostenfrei Lifestyle-Reisefotos ihrer Produktfotos anfertigen kannst. Sind Deine Fotos halbwegs vorzeigbar, wird kaum ein Hersteller Nein sagen. Fertigst Du nun gute Produktfotos an, ist die Voraussetzung für die Ausübung auf bezahlter Basis geschaffen.

8. Destination nach Budget auswählen

Ein letzter Tipp: Das zu sparende Budget muss nicht zwangsläufig an der Reise ausgerichtet sein. Wenn Du mal wieder knapp bei Kasse bist, richte doch einfach deine Reisedestination nach deinem Budget aus. Besonders hilft die dabei die Flugsuche „Deutschland“ nach „Alle Orte“ bei SkyScanner, oder wähle einfach eine Destination mit geringen Lebenshaltungskosten.