Meine Reise nach Tansania steht kurz bevor. Ich kann es kaum erwarten, in den Flieger zu steigen und ein neues Land zu erkunden. Doch dieses Mal ist etwas anders. Ich reise alleine.

Während andere Menschen sich um Sicherheitsbestimmungen, mögliche Anschläge und Kriminalität den Kopf zerbrechen, frage ich mich nur eines: Werde ich nette Leute kennen lernen? Werde ich eine gute Zeit haben oder die Tage einsam am Strand verbringen?

In einer Zeit, in der Solo- und Individualreisen immer beliebter werden, setzen sich immer mehr Reisende mit dieser Frage auseinander. Gerade vor der ersten Reise sind viele etwas unsicher. Nicht jeder geht mit einer solchen Unbedarftheit an das Alleinreisen heran, wie es bei den meisten der Fall zu sein scheint.

Doch an dieser Stelle soll gesagt sein: Soloreisen mag nicht für jeden das Richtige sein. Es kann aber durchaus eine sehr lohnende und prägende Erfahrung darstellen, die man sein Leben lang nicht mehr vergisst. Beispielsweise lernt man weitaus mehr Menschen kennen, wenn man alleine unterwegs ist. Man ist dazu gezwungen, sich zu sozialisieren und bleibt nicht permanent in der Gruppe oder beim Reisepartner. Auf diese Weise habe ich die interessantesten Persönlichkeiten auf meinen Reisen kennen gelernt und die intensivsten Erfahrungen gemacht.

So auch in Tansania. Einmal angekommen, war ich an meinem ersten Tag höchstens 30 Minuten alleine, bin nachmittags mit Ureinwohnern am Strand um die Wette gesprungen und abends auf einer Strandparty gelandet. Auch die folgenden Tage war ich nie alleine und habe immer jemanden gefunden, der mit mir zusammen Tagesausflüge gemacht, mit Delfinen geschwommen oder im Riff geschnorchelt ist. Auch habe ich gelernt, dass man nicht gezwungen nach einem Erlebniskomplizen suchen sollte. Ist gerade niemand auffindbar, befindest Du Dich in Anwesenheit der wichtigsten Person in Deinem Leben: Dir selbst. Was so selbstzentriert klingt, ist erst mal gar nicht so gemeint. Ich bin der Überzeugung, dass ein Mensch die Gegenwart anderer Gleichgesinnter braucht, allerdings sollte es auch kein Problem sein, sich mit der eigenen Person auseinanderzusetzen und alleine eine gute Zeit zu haben.

Bedenken, keine Bekanntschaften zu knüpfen, können also von vornerein zerstreut werden. Allerdings gibt es ein paar Punkte, die man beachten sollte, wenn einem genau das normalerweise schwer fällt.

Verbringe die Nächte in kleineren Hostels

Hier ist es wesentlich einfacher, andere Leute kennen zu lernen. Die Atmosphäre ist familiärer, intimer und persönlicher als in größeren Hostels, in denen jeder sein eigenes Ding durchzieht und oft nicht lange bleibt. Besonders in Hostels in etwas abgelegeneren Regionen kannst Du neuen Bekanntschaften gar nicht aus dem Weg gehen. Solltest Du immer noch niemanden kennen gelernt haben, versuche es mit dem Aufenthaltsraum Deines Hostels / Hotels.

CouchSurfing / AirBnB

Eine weitere Möglichkeit, einheimische Kontakte zu knüpfen. Übernachte einfach bei den Personen, die Deine Destination seit jeher ihr Zuhause nennen. Sie können Dir wertvolle Insider-Tipps geben und mit ein bisschen Glück finden sie Zeit für gemeinsame Aktivitäten, stellen Dich Freunden vor und geben Dir das Gefühl, ein Zuhause weit weg von Zuhause gefunden zu haben.

Nimm an Gruppentouren teil

Nichts eignet sich besser, um tagsüber andere Reisende kennen zu lernen, als eine Gruppentour. Das muss nicht immer teuer sein. In den meisten Metropolen dieser Welt findet man geführte und kostenlose Walking-Touren zu allen erreichbaren Sehenswürdigkeiten. Unterwegs hat man genug Zeit für Small-Talk und intensivere Gespräche.

Alle sitzen im selben Boot

Vergiss nicht, dass jeder um Dich herum in derselben Lage steckt wie Du! Glaub mir, auch die in kleinen Gruppen Reisenden sehnen sich nach Abwechslung und wollen neue Leute kennen lernen. Daher sind die meisten auch ziemlich aufgeschlossenen gegenüber anderen. Gehe grundsätzlich davon aus, dass jeder an einer Konversation mit Dir interessiert ist.

Trau Dich

Es fällt nicht nur Dir schwer, fremde Menschen anzusprechen. Da es den anderen oft genau so geht, musst Du manchmal den ersten Schritt machen. Also trau Dich! Spring über Deinen eigenen Schatten und verlasse Deine Komfortzone. Vielleicht findest Du dabei einen Seelenverwandten.