In meiner Kindheit war ich mit meiner Familie jeden Sommer in Griechenland. Mit dem Wohnmobil sind wir an unzählige abgelegene Orte des wunderschönen Land gefahren. 5 Jahre nach meinem letzten Griechenlandurlaub wollte ich endlich wieder in das Land, in dem ich so viele Sommer verbracht habe. So beschlossen ein Freund und ich vergangenen Sommer, mit dem Auto bis zum Fährhafen in Venedig (Italien) zu fahren und dort mit der Fähre nach Griechenland überzusetzen. Wenn man auf dem Weg nach Venedig genügend Zeit einplant, sollte man noch einen Abstecher in das schöne Verona einlegen, denn es liegt direkt auf der Route und strahlt durch seine verwinkelten Gassen den typischen italienischen Charme aus. Wer – wie wir – mit wenig Budget unterwegs ist und sich keine Kabine auf der Fähre leisten möchte, sollte sich einen ruhigen Platz im Inneren des Schiffs suchen. Auch wenn die Liegen am Poolbereich bei Sonnenaufgang in Venedig sehr gemütlich aussehen, wird es schnell ziemlich kalt auf Deck.

Nach einer 32 stündigen Fährfahrt kamen wir im nördlich gelegenen Igoumenitsa an und fuhren direkt weiter auf die Halbinsel Lefkada. Ganz im Süden der Halbinsel fanden wir den Campingplatz Poros Beach, der an einer größeren Bucht mit kristallblauen Wasser liegt. Zwei Tage konnte ich es dort gut aushalten, bis ich endlich an meinen Lieblingsort in gesamt Griechenland fahren wollte. Gialos Beach ist nur über eine steile Serpentinenstraße zu erreichen, auch sollte man sich nicht von den Schildern „Gialos Beach geschlossen“ am Eingang der Straße einschüchtern lassen. Diese stehen dort schon seit wir 2012 das erste Mal an diesen unglaublich schönen Ort gelangt sind. Von oben sah ich schon den kilometerlangen Sandstrand, der, wie es wirkt, durch eine Felswand vom Rest der Welt abgeschieden ist. Einige Wohnmobile und Zelte findet man dort immer. So stellten wir uns die kommenden zwei Tage einfach dazu, bis unsere Wasservorräte aufgebraucht waren.

Abschalten ist am Gialos Beach nicht schwer, nach Empfang kann man lange suchen. So haben wir die zwei Tage mit lesen, schnorcheln und Sonnenbaden verbracht. Abends lagen wir dann auf  einer Decke und schauten uns den spektakulären, mit Sternen bedeckten Nachthimmel hoch über uns an. Danach ging es über Delphi weiter zu dem Ferienhaus der Familie von meinem Freund in der Nähe von Lamia. Auch wenn es nur 400 km waren, kann man in Griechenland für solche Strecken einen ganzen Tag einplanen. Es gibt zwar zwei große Autobahnen im Land, alle anderen Strecken aber über die vielen Berge in Griechenland führen. Der Spritpreis ist meistens ca. 20 Cent teurer als in Deutschland, dafür bekommt man aber im Vergleich gutes griechisches Essen zu einem günstigen Preis.

Zwei Tage haben wir im Ferienhaus verbracht und uns mit Souflaki, Pita Gyros und Tintenfischauflauf den Bauch vollgeschlagen. Wir wollten unseren Roadtrip so vielseitig wie möglich gestalten. Ich genieße zwar die Tage am Meer sehr, liebe es gleichzeitig genauso, in den Bergen zu wandern und die frische Luft einatmen zu können. So beschlossen wir spontan auf den Olymp, den höchsten Berg in Griechenland, zu wandern. Laut der griechischen Mythologie ist der Olymp der Sitz der olympischen Götter. Wenn man früh morgens aufbricht und eine gute Kondition besitzt, kann der Gipfel vom Wanderparkplatz Priònia in einem Tag erreicht werden. Wer es eher gemütlicher angehen will, kann die Wanderungen in zwei Etappen splitten und auf der Spilios Agapitos Hütte für 13€ pro Nacht unterkommen.

Die Wanderungen auf den Olymp sollte jeder Griechenland-Liebhaber einmal erlebt haben. Auf dem Weg zu einem der Gipfel erwartet einen die massive Berglandschaft mit einem tollen Blick aufs Meer. Nach dem Ausflug in die Berge ging es weiter zur Halbinsel Euboea, wo wir einen der schönsten Campingplätze im ganzen Land gefunden haben. Wir mussten nicht lange überlegen und entschieden uns, für ein paar Tage auf Rovies Campingplatz zu bleiben. Unser Zelt stand auf einer Klippe über dem Strand, mit direkten Blick auf das blaue glitzernde Meer. Zum Ende unseres Roadtrips ging es dann nach Athen. Es gibt einige günstige Tiefgaragen im Stadtzentrum, in denen man sein Auto für 5 € pro Tag unterstellen kann.

Wer mehr über die Geschichte von Athen erfahren möchte sollte eine Free Walking Tour mitmachen. Uns hatte eine ältere Dame mit viel Leidenschaft und Liebe zur ihrer Heimatstadt durch das alte Stadtzentrum von Athen geführt. Abends sind wir durch das alte Stadtviertel Plaka geschlendert, wo viele Bars und Restaurants in kleinen verwinkelten Gassen zum Verweilen einladen. Studenten sollten sich einen Trip nach Athen nicht entgehen lassen, denn viele Attraktionen wie die Akropolis sind für Studenten kostenlos. Der Ausblick von dort oben auf die gesamte Stadtregion ist beeindruckend.

Griechenland bleibt mein Lieblingsland in Europa, ich verbinde die schönsten Sommer meines Lebens mit diesem Land. Es bleibt ein zweites zu Hause, der perfekte Ort um durchzuatmen und den Sommer so zu lieben, wie er kommt.

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