Silvester mal anders? – Ich habe es erlebt! Letztes Jahr habe ich nach meinem Schulabschluss ein Auslandsjahr in Australien verbracht – eine lange Zeit davon in Sydney. Ich hatte das Glück und die Chance, Silvester in Sydney zu verbringen und das weltweit bekannte Spektakel an der Harbour Bridge selbst mitzuerleben. Sydney gehört zu den ersten internationalen Metropolen, in denen der Uhrzeiger auf Mitternacht springt. Für mich war es ein überwältigendes Erlebnis und ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben.

In der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember machte ich mich mit zwei Freunden auf den Weg in die Royal Botanic Gardens, von wo man perfekte Sicht auf die Harbour Bridge hat. Es gibt viele gute Spots, von denen man das Wahnsinnsspektakel betrachten kann, wie zum Beispiel der Platz am Opera House, der Blues Point oder der Taronga Zoo. Wir sind gegen 03:00 Uhr morgens aufgestanden und etwa eine Stunde später mit dem Taxi vor den Zaun der Botanic Gardens gefahren. Dort angekommen waren bereits viele Menschen in der Schlange vor uns, die zum Teil Zelte und Campingstühle aufgestellt hatten. Viele haben sich auf den Boden gelegt, um noch ein bisschen Schlaf zu bekommen und den nächsten Tag beziehungsweise Nacht überstehen zu können. Es kamen immer mehr Menschen und hinter uns bildete sich eine ewig lange Schlange – obwohl es war erst der Morgen vor der Silvesternacht!

Am 31. Dezember um 10:00 Uhr morgens wurden endlich die Tore zu den Royal Botanic Gardens geöffnet. Nachdem wir die Taschenkontrolle überstanden haben, sind wir, wie alle anderen Menschen auch, durch den ganzen Park gerannt, um die besten Plätze zu sichern. Allerdings waren selbst wir schon viel zu spät dran, um direkt am Zaun zu sitzen. Wir saßen etwas weiter entfernt, hatten aber trotzdem einen guten Platz. Wenige Minuten später war alles voll! Nun fing es an, die Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen. Wir hatten viel Essen und Trinken dabei, sowie Kartenspiele und Musik. An diesem Tag wurde es sogar so heiß, sodass viele Menschen die lange Zeit nutzten, sich in Badesachen zu sonnen.

Die Zeit verging nur sehr schleppend. Um 21:00 Uhr fand dann endlich das erste Highlight des Tages statt. Es handelte sich um das Kinderfeuerwerk – das Silvester für die Kleinen. Wir waren sehr beeindruckt, denn bereits das Kinderfeuerwerk dauerte schon zehn Minuten und es wurde sehr viel geboten. Die Lichter am Himmel stellten Symbole dar, wie zum Beispiel Herzen, Fische und Sterne. Wir waren voller Vorfreude auf das „große Feuerwerk“ und fragten uns, wie wohl das richtige Silvesterfeuerwerk werden würde. Im Anschluss an das Kinderfeuerwerk fand die Harbour of Light Parade statt, in der bunt beleuchtete Schiffe eine Choreografie auf dem Wasser tanzen. Wir suchten uns daraufhin einen neuen, besseren Platz, von dem wir perfekte Sicht auf die Harbour Bridge und das Opera House hatten.

Alle Leute waren bereits sehr aufgeregt, haben Lieder gesungen und feierten mit dem ein oder anderen Gläschen Alkohol. Kurz vor Mitternacht begann dann eine romantische Musik, die das Feuerwerk untermalen sollte und wir begannen gemeinsam den Countdown zu zählen. Als es dann punkt 00:00 Uhr war, jubelten und applaudierten alle sehr laut. Ich bekam total Gänsehaut und es war einfach ein Wahnsinnsgefühl. In diesem Moment war ich so glücklich und froh an diesem Ort zu sein und war dankbar, dass ich all dies erleben darf. Das Feuerwerk war überragend – so etwas hab ich noch nie erlebt!

Nach 15 Minuten war das Spektakel vorbei und die Meisten machten sich sofort auf den Weg nach Hause. Auch wir packten all unsere Sachen zusammen und sind langsam Richtung Zugstation gegangen. Auf dem Weg dahin habe ich meine Familie in Deutschland angerufen und ihnen von den letzten 24 Stunden erzählt. Wir saßen dann also im Zug nach Hause und waren so müde, sodass wir fast eingeschlafen sind.

Insgesamt war dieser Tag einer meiner Highlights während meinem Auslandsjahr. Es war das erste Mal, dass ich Silvester an einem komplett anderen Ort gefeiert habe, ohne meine Familie und Freunde von Zuhause. Normalerweise verbinde ich mit Silvester immer kalte Temperaturen und Schnee. Dieses Mal verbrachte ich Silvester am anderen Ende der Welt und das bei Temperaturen von 30°C. Ich blicke wahnsinnig gerne auf diesen Tag zurück und kann nur jedem empfehlen Silvester einmal in Sydney zu verbringen. Es war zum Teil sehr anstrengend, aber schlussendlich hat es sich auf jeden Fall gelohnt.