Oktoberfest

O’zapft is! Jahr für Jahr feiern Millionen von Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt das größte Volksfest der Welt. Das Oktoberfest, auch Wiesn genannt, findet seit 1810 auf der Theresienwiese in München statt und zieht jährlich über 6 Millionen Menschen an. Ursprünglich handelte es sich bei dem Oktoberfest um eine Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese, die mit einem großen Pferderennen gefeiert wurde. Nach der Hochzeit waren alle Teilnehmer so begeistert, dass sie beschlossen, das Fest weiterhin stattfinden zu lassen.

Heute feiert man in den letzten zwei Septemberwochen. Am ersten Wiesn-Tag erfolgt der traditionelle Einzug der Wiesn-Wirte, mit anschließender Eröffnung des Oktoberfests durch den Oberbürgermeister. Der Schützen- und Trachtenzug, der Oktoberfest- und Gedenkgottesdienst, sowie das Standkonzert der Wiesn-Kapellen vor der Bavaria sind weitere traditionelle Attraktionen, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest.

Wenn es Oktoberfest heißt, ist es auch wieder Zeit für traditionelle bayerische Tracht. Frauen zeigen sich dabei in ihren feschen Dirndln und Männer tragen ihre zünftigen Lederhosen. Viele Menschen bezeichnen das bayerische Volksfest als Bierfest, womit sie aber auch nicht ganz falsch liegen. Auf dem Gelände befinden sich nämlich vierzehn große Bierzelte, sowie eine ganze Menge Kleinere. Sobald Du also einen Platz im Zelt oder im Biergarten ergattern konntest, hast Du nun eine große Auswahl an Essen und Trinken. Du kannst Dich zwischen Brathendl mit Breze, Steckerlfisch, Käsespätzle und vielen weiteren Gerichten entscheiden. Bei dem verkauften Wiesn-Bier handelt es sich um spezielles Bier, das von Münchner Brauereien extra für das Fest hergestellt wird. Außer den riesigen Zelten gibt es natürlich auch eine große Menge an Fahrgeschäften, sowie kleinen Verkaufsständen, die beispielsweise gebrannte Mandeln oder auch die beliebten Lebkuchenherzen anbieten.

Das bayerische Volksfest wird heutzutage immer mehr in anderen Ländern nachgeahmt. So kann man zum Beispiel in China, Russland oder auch Australien an einem Oktoberfest teilnehmen. Wenn Du keine Möglichkeit hast das Oktoberfest zu besuchen, kannst du in München auch eine Tour durch das Bier- und Oktoberfestmuseum machen.

Carnival in Rio de Janeiro

Viel Samba, viel Glitzer und viel nackte Haut – so kennst Du den Karneval in Rio de Janeiro. Viele Menschen nutzen diese Zeit des Jahres auch, um ihrem Unmut über die akute Wirtschaftskrise und Korruptionsskandale in Brasilien Luft zu machen. Anfangs wurden dank europäischer Einflüsse Walzer und Polka getanzt, was sich dann aber nach und nach mit afrikanischen Elementen vermischte.

Wo die einzelnen Paraden stattfinden hängt davon ab, in welcher Liga sich die Sambaschulen befinden. Nur die Spitzenschulen dürfen im Stadion Sambódromo auftreten, welches extra für dieses besondere Event erbaut wurde. Der Karneval in Rio findet zur selben Zeit wie in Deutschland statt, also von Freitag vor Aschermittwoch bis Mittwoch. An den ersten beiden Tagen zeigen Kinder ihr Können, sowie zehn der großen bedeutendsten Sambaschulen. Sonntag und Montag ist der Höhepunkt der Veranstaltung. Die Tore des Sambódromo werden am späten Nachmittag geöffnet und um 21 Uhr beginnen die Paraden. Jede Schule wählt ihr eigenes Motto, wie zum Beispiel Fußball oder Politik, sowie einen eigenen Song, der sich die komplette Show wiederholt. Passend zum Thema muss auch die Dekoration, die Choreografie und die Gesamtpräsentation gewählt werden, die im Nachhinein von der Jury bewertet wird. Jede Sambaschule besteht aus 8 Festwägen und 5000 Teilnehmern, die sich 82 Minuten präsentieren müssen. Bei jeder Minute mehr, sowie jeder Minute weniger als 65, werden Punkte abgezogen. Das Ergebnis wird am Aschermittwoch ausgezählt und im ganzen Land live im TV ausgestrahlt.

Holi

Indien ist nicht nur das Land der Paläste und Tempel, sondern auch das Land der vielen Festivals. Holi ist eines der ältesten, populärsten und wohl farbprächtigsten aller indischen Feste, welches auch Fest der Farben genannt wird. Seinen Ursprung findet Holi in der Hindu-Sage von Prahlad und Holika.

Traditionell beginnt das Festival am letzten Vollmondtag des Monats Phalguna (Februar/März) und kann bis zu zehn Tagen dauern. Am Abend vor dem Farbspektakel beginnt das Fest mit der Verbrennung einer Strohfigur, als Symbol für die Dämonin Holika. Das Feuer steht dabei für den Sieg des Guten über das Böse. Alte Streitigkeiten werden begraben und bestehende Freundschaften erneuert. Am folgenden Tag ziehen Familie und Freunde durch die Stadt, bewerfen sich gegenseitig mit „Gulal“, dem bunten Farbpuder oder gefärbten Wasser und heißen außerdem den Frühling willkommen. Dabei heben sich soziale Unterschiede, Geschlecht und Alter, aufgrund der bunten Kleidung, Gesichter und Haut auf. In Indiens Straßen hört man an diesem Tag oftmals den Ausruf „Holi Hai!“, Menschen umarmen sich und speisen leckere Festtagssnacks.

Inzwischen ist das Holi Festival bei vielen jungen Leuten weltweit sehr beliebt. Sie tanzen dabei zu elektronischem Beatsound und bewerfen sich mit bunten Pulver aus Maisstärke. Allerdings wird das beliebte Fest in Deutschland wetterbedingt nicht Anfang des Jahres, sondern erst im Sommer gefeiert.